Liebe Besucher! Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung und mangelnder Aktivität, ist das Forum derzeit für Neuregistrierungen geschlossen und es können keine neuen Beiträge mehr geschrieben werden! Das Forum kann aber durchaus noch eingesehen werden und soll als kleines Nachschlagewerk dienen für diejenigen die sich noch ein wenig informieren möchten.

Kakadu soll nicht mehr auf Schulter fliegen
#1
Guten Tag,

auch ich bin neu hier und hoffe, ich mache alles einigermassen richtig.

Vor ca. 3 Jahren lernte ich meinen jetzigen Gelbwangenkakadu Cäsar und meinen African Grey Elke kennen durch ihrer frühere Halterin, eine gute Freundin von mir. Sie übergab mir die Vögel aus gesundheitlichen Gründen (Staub Kakadu/Lungenprobleme) und altersbedingt vor einiger Zeit. Wir leben aber immer noch zusammen in einem Haushalt bis ca. Ende Oktober. Dann wird meine Freundin zu ihrer Tochter ziehen.

Anfangs faszinierten mich die Vögel nur, aber daraus wurde von ganz alleine mehr. Ich suchte im Laufe der Zeit immer intensiveren Kontakt zu ihnen und wollte irgendwann, als ich mir sicher war, dass es passen würde, auch den ersten Freiflug mit ihnen zu erleben. Mit Elke war das kein Problem, aber mit Cäsar wollte meine Freundin nicht so recht. Sie meinte, sie wolle nicht wissen, was er mit mir anstellen würde, weil er sie schon so oft in die Ohren gebissen hatte. Ich liess aber nicht locker, und seitdem kommt er mit mir  seit ca. Okotober 2016 regelmässig raus. Ich wusste vorher nicht, dass der arme Kerl drei Jahre lang wegen seiner Beisserei in die Ohren meiner Freundin nicht mehr rausdurfte, ich erfuhr es erst später..... 

Schon lange fühle ich mich wohl mit Cäsar draussen, leider ist er es von früher gewöhnt, auf die Schulter zu fliegen. Nun aber neulich biss er sich zum zweitenmal so fest in meine Ohrmuschel, dass ich ihm Schulterverbot erteite. Ich weiss nicht, was ihn dazu veranlasste. Ich sass am Tisch und war ganz entspannt wie immer, bis er zubiss. Nun habe ich ihm Schulterflugverbot erteilt, von jetzt auf eben, und das war wohl mein Fehler. Er ist jetzt so aggressiv zu mir, und wenn er will, fliegt er ja doch auf meine Schulter, mit grossem aggressiven Gekreische erst mal auf meinen Kopf, was schon eine absolute Respektlosigkeit für mich bedeutet. Ich befürchte dann das Schlimmste, dass er in meinen Kopf beisst, aber es liess es sein, fliegt auf meine Schulter, schmust rum und dann zurück auf den Käfig. Der Kopfflug passiert immer dann, wenn ich ihn zurück in den Käfig setzen möchte, und dann geb ich ihm ein paar Leckerlies rein, um ihn zu motivieren, hineinzuklettern. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass das so früher mit meiner Freundin nie geklappt hatte. Es war ein Glücksspiel, ihn in den Käfig zurückzubewegen. Erst als ich sie bat, mit ihm alleine den Freiflug auszuprobieren, gewöhnte ich ihn an ein konstantes Kommando, wenn es Zeit war, heimzukehren. Das ist schon mal etwas, was ich mit ihm alleine geschafft habe. 

Die Ohrenbeisserei hat mich so verunsichert, dass ich mich mit ihm nicht mehr wohlfühle, wenn er draussen ist. Das spürt er natürlich, ich denke, darum sein momentanes aggressives Verhalten mir gegenüber und mein körperlicher Entzug. Seit Ostermontag aber nahm ich all meinen Mut zusammen trotz seiner Attacke: Ich fegte danach das Vogelzimmer aus, was er ja kennt von mir, dann klemmte ich mir den Besestil sichtbar für ihn unter den Arm. Auf einmal setzte er sich auf den hinteren Teil des Käfigs, versteckte den Schnabel und blieb ganz der alte, wie ich ihn von vorher kannte. Ich gab ihm dann seine Leckerlies in seinen Napf und er kletterte wie auf Kommando rein  Smile Ich fühlte mich einfach stark mit dem Besenstil unter meinem Arm, und das gab mir wahrscheinlich die nötige Energie, ihm positiv entgegenzutreten, und er war nicht mehr verunsichert durch meine Unsicherheit???

Mein eigener Lösungsansatz: Konsequent bei ihm bleiben, nicht das Vogelzimmer verlassen, wenn ich ihn aus dem Käfig lasse (aus Angst, er fliegt wieder auf meine Schulter und beisst mich, was ich zuletzt tat) , und Handarbeit üben, um ihn irgendwann mal auf dem Unterarm zum Bleiben zu veranlassen, Spielen und Abwechslung. In der Zwischenzeit trage ich ein Stirnband zum Schutz meiner Ohren und binde mir meinen Pferdeschwanz zum Knoten, damit er auf keine dumme Ideen mehr kommt, wenn er doch wieder auf der Schulter landet.

Infos zu Cäsar: 20 Jahre alt, männlich, handaufgezogen, früher Volierenvogel, dreimaliger Witwer, danach in Käfighaltung ins Vogelzimmer, weil er begann, sich selbst zu zerstören aus lauter Frust um seine verstorbenen Hennen, die alle einer Krankheit erlagen und seit jeher ziemlich unerzogen...

Vielleicht hat jemand bessere Vorschläge, da ich vorher keine Papageienerfahrung besass und schon gar nicht mit einem Kakadu. Wie gesagt, es entwickelte sich alles ganz zwanglos und unvorhergesehen.


Vielen Dank im Voraus,

Kerstin
Zitieren
#2
Hallo Kerstin und Willkommen hier,

Ja, so ein Kakadu ist nicht einfach. Daß er Dich auch schon kräftig gebissen hat würde ich auf sein früheres Leben zurückführen. Da wird er wohl einen Grund gehabt haben. Die große Frage ist welcher das war bzw. ist. Und dies ist nicht leicht herauszufinden. Das kann schon eine Bewegung sein, mit dem Kopf oder sonstwas, was ihn ärgert. Du mußt da sehr gut beobachten.
Ansonsten war das mit dem Besenstiel gut. Denn Deine Verunsicherung welche Cäsar sofort bemerkte veranlaßte ihn dazu den Versuch zu machen Dich zu dominieren, sich als Chef zu positionieren. Deine Reaktion mit dem Besen brachte ihn wieder dazu Dich als "Rabe Alpha" zu respektieren. Solche Spielchen können sich wiederholen, Kakadus löcken gerne gegen den Stachel, das ist normal. Da mußt Du nur konsequent bleiben, koste es was es wolle, keine Verunsicherung oder gar Angst zeigen und Cäsar wird sich fügen.
Das Schulterlanden würde ich nicht völlig unterbinden, es jedoch beschränken, nicht immer zulassen. In dieser Hinsicht ist es wichtig Cäsars Launen kennen zu lernen, Du wirst es schon merken was los ist, es dauert nur bis Du es richtig deuten kannst. Und wenn Du denkst daß er vielleicht beißen könnte wenn er auf die Schulter kommt dann kannst Du ihn mit einer schnellen Drehbewegung mit Bücken abschütteln. Irgendwann wird das für ihn zur Routine und er lernt wieder daß Du der Chef bist und er nur kommen darf wenn Du es willst. Das stärkt Deine Position ihm gegenüber.
Kakadus sind nun mal so daß man sich öfter mit ihnen auseinandersetzen muß. Aber gerade das ist ja das Faszinierende an ihnen, ihre Eigenwilligkeit und ihr persönlicher Charakter, jeder von denen hat einen anderen.
Du wirst sehen, irgendwann kannst Du Dir nicht mehr vorstellen ohne Cäsar zu sein.
[Bild: globus.gif]
Viele Grüße, Alfred
Zitieren
#3
Hallo Kerstin,

wir haben zwei Kakadus und die zwei können charakterlich nicht unterschiedlicher sein.
Mit dem einen kann ich alles machen, er würde mich niemals beißen, es sei denn ich täte ihm weh oder er würde Panik wegen etwas bekommen. Ich darf ihn überall anfassen, er darf sich an mich schmiegen, so sehr vertrauen wir uns. Die Beziehung war schon immer sehr innig, was dem zweiten nicht gut gefällt. Wenn die beiden nämlich brutig werden, dann wird hier wie bei den Storchen geklappert und sie suchen bei uns auf dem Sofa nach Höhlen, da reicht schon eine Decke, ein Kissen oder der Schneidersitz. Mittlerweile gibt es kein Kuscheln auf dem Sofa mehr, sie sitzen auf ihrem Vogelbaum und bleiben auch da, wenn wir nicht gerade etwas mit ihnen spielen. Sie würden schon noch gerne herüberkommen, aber wir lenken sie dann ab und sie spielen dann weiter. Schultersitzen darf der eine gar nicht mehr bei uns. Zuerst war ich es nur, die gebissen wurde, dann wir beide. Oft aus heiterem Himmel heraus, also ohne Vorankündigung. Wie soll man sie auch merken, wenn der Vogel neben dem Ohr sitzt und keinen Laut von sich gibt. Aber irgend einen Auslöser gab es bestimmt, nur haben wir ihn nicht bemerkt. Wenn unsere brutig sind, dann herrscht hier oft Spannung zwischen den Tieren. Sie verhalten sich dann anders, auch abweisend zu uns, da sollte man sie nicht bedrängen. Hektik mögen sie auch nicht gern.

Ich würde Dir nicht raten, Deinen ständig wieder auf die Schulter zu nehmen. Auf den Arm ja, das kann man trainieren, aber Schulter sollte erstmal tabu sein. Vielleicht baust Du ihm auch einen Vogelbaum, wo er abgesetzt werden und schreddern kann. Auf jeden Fall solltest Du mal versuchen zu beobachten, ob seine Launen auch mit Brutigkeit einhergehen, ob er sich in der Balz so verhält, ob er sich allen Personen gegenüber so verhält. Finde heraus, was er gern futtert, benutze es als Belohnung für etwas, was er gut gemacht hat. Unsere lieben Walnüsse, davon bekommen sie kleine Stücke. Sie lernen soooo schnell für ihr Lieblingsessen. Übe das Aufsteigen und Absetzen mit ihm. Wenn er alles gut gemacht hat, bringe ihn zurück in sein Zimmer bzw. in den Käfig, es sollte immer positiv enden, niemals mit einem Biss und Geschrei und Rücksetzen.

Zu Deiner Schutzkleidung:
Wie hat er die denn angenommen? Meine würden da ja total ausrasten und Angst haben oder es angreifen wollen!
Ich habe auch schon Kakadus erlebt, die gerne in den nackten Nacken beißen, aber wenn Haare drüber sind ist alles gut.

Bitte berichte, wie es bei Euch weitergeht ja?
Zitieren
#4
Kindly de-register me, Anmerkungen FUER die Redaktion!
Zitieren


[-]
Schnellantwort
Nachricht
Gib hier deine Antwort zum Beitrag ein.

Sicherheitsabfrage
Bitte beantworte die Frage, indem du das richtige Bild auswählst.
Auf welchen Bild ist das rote X genau in der Mitte?
Bitte gib hier die Nummer des Bildes mit der Lösung an. (Die Nummer des Bildes wird von links nach rechts, also in normaler Leserichtug, ermittelt.):

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste