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Kakaduhenne - Krank durch Geschlechtsreife
#1
Guten Abend,

wir haben vor 13 Jahren einen jungen Weisshauben-Kakadu aus einer Handaufzucht gekauft. Damals hat man leider nicht viele Informationen diesbezüglich bekommen denn wenn wir gewusst oder auch nur erahnt hätten was mit einer Handaufzucht auf einen zukommt, dann hätten wir so ein Tier niemals gekauft. Aber nun zum eigentlichen Problem:

Wir kauften den Vogel im Glauben es handelt sich um einen Hahn. Eines Besseren belehrte er uns, indem er im Jahr 2009 um die Weihnachtszeit ein Ei legte.
Von da an gingen langsam fortschreitend die gesundheitlichen Probleme los. Er bzw. sie drückte seither öfter mal die Kloake fast raus - presst also. Es ist immer ein "pfffft" Geräusch und das gleiche Bild als würde sie Kot ablegen aber außer Luft kommt da nichts und je öfter sie das macht desto mehr sieht man die Kloake. Diese ist mittlerweile auch kaum noch befedert weil sie nach jedem "pfffft" da ran herumpuhlt!
Vor über einem Jahr als es ganz schlimm war und wir damit zum Vogelspezialisten sind, bekam sie eine Hormonspritze und weil sie auch immer würgte und kotzte Medikamente - sie hatte Kolibakterien. Anschließend bekam sie zwei Monate nach der Spritze ein Implantat zwecks Hormontherapie damit sie nicht den ganzen Tag herumbalzt. Nach einigen Wochen wurde das Verhalten wieder besser aber mittlerweile hat sie bereits das dritte Implantat und es scheint mit dieser Methode nicht mehr zu wirken, sie reagiert nicht mehr auf die Hormone welche das Implantat frei setzt.
Zur Zeit ist sie wieder dauernd am Pressen und am Würgen. Wir wissen mittlerweile nicht mehr was wir mit dem Tier noch machen sollen und der Vogelspezialist sagt dass man außer dem Implantat nichts machen kann. Wenn mein Lebensgefährte = Ihre Bezugsperson in den Raum kommt dann legt sie meist richtig los: Geht auf den Boden und wühlt wie ein Huhn in der Einstreu herum bzw. scharrt darin herum, oder sitzt auf einer Stange und presst und presst und presst.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit solch einem Vogel gemacht oder eine hilfreiche Idee was da tatsächlich noch helfen kann oder kennt noch jemand einen echten Vogelspezialisten auf diesem Gebiet? Wir würden alles versuchen damit es dem Tier besser geht, denn das ist kein Zustand - es wird ja nicht besser, nur schlimmer!
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#2
Hallo und willkommen im Forum.

Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Eigentlich haben wir aehnliche Erfahrungen mit unserer Wh-Dame Paco und ich weiss genau wie es dir zumute ist.

Paco hat jetzt 18 Jahre und ist seit 1999 bei uns, auch als Einzeltier. Laut Cites ist Sie "ein Hahn", ist aber definitiv eine Henne, obwohl sie noch kein Ei gelegt hat? Vor ca 5 Jahren fing auch bei ihr das Druecken und balzen an, wenn mein Mann nur in der Naehe war.
Es folgte die 1. OP, eine ziemlich schwierige Geschichte. Die Bauchdecke wurde aufgeschnitten und dann das Gewebe an mehreren Stellen mit Naehten fixiert. Eine gefaehrliche OP fuers Tier und anstrengend fuer seine Menschen (5 Tage Dauer-sitting, Tag und Nacht). Es folgten 3 ruhige Jahre, dann ging das Ganze von vorne los. Dieses Mal wurde nur eine Tabaknaht gemacht, also eine Verkleinerung des Kloakenausgangs. Resultat: mittelmaessig. Letzten August haben wir einen Hahn dazugenommen um halt die Situation zu verbessern. Ich wuerde es noch nicht als Erfolg werten, beide fangen so langsam an sich etwas aufeinander zuzubewegen.aber Paco konzentriert sich jetzt auf andere Dinge und drueckt auch nicht mehr oft. Zudem ist Schmusen mit meinem Mann reduziert worden, da sie ihn ja als erwaehlten Partner sieht. Natuerlich ist die Kloake ihr Schwachpunkt und ist manchmal beim Kotabsetzen herausgedrueckt, aber viel seltener. Unser vogelkundiger Tierarzt hat mir erklaert das es sich dabei um eine angeborene Gewebeschwaeche handelt, die natuerlich durch das Balzverhalten verschlimmert wird.
Wichtig ist dass die Kloake nicht draussen bleibt und die feine Haut nicht austrocknet, da der Vogel daran sterben kann.

Tja, vielleicht gibt es hier im Forum jemand der dir noch den einen oder anderen Rat geben kann/ aehnliche Erfahrungen hat. Auch wir wuerden gerne ein Patentrezept kennen, aber ich glaube das bleibt Wunschdenken.

Liebe Gruesse aus Luxemburg.
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#3
Hallo Henry,

Wie Du aus der Antwort von Karin ersehen kannst ist wohl ein großes Hauptproblem die Einzelhaltung. Denn bei Karin hat es sich ja schon dadurch gebessert daß ein Hahn dazu kam. So was dauert zwar wird jedoch immer besser.
Die Einzelhaltung ist sowieso abzulehnen, in Nachbarländern der BRD sogar gesetzlich verboten. Das ist nicht grundlos so, es ist zum Wohle der Tiere. Denn fast alle Vögel sind entweder Schwarmvögel oder benötigen unbedingt eine soziale Partnerschaft mit einem artgleichen Partner gegensätzlichen Geschlechts.
Was dabei heraus kommt wenn man diese Bedingungen nicht erfüllt erlebt ihr ja schon länger. Wobei ich den Tierarzt nicht verstehe, auf den einfachen Umstand daß es eine Auswirkung der Einzelhaltung ist hätte er euch ja auch aufmerksam machen können. Jedenfalls wenn er Ahnung von Vögeln hat. Statt dessen hat er mit Hormonen herum gepfuscht was man wirklich nur machen sollte wenn sonst gar nichts mehr geht. Denn Hormone können Krebs erzeugen.
Ich denke mal ihr solltet es euch wirklich überlegen eure Henne zu verpaaren. Keine Angst, zwei Kakadus machen auch nicht mehr Arbeit als einer, womöglich sogar weniger wenn sie sich gefunden haben und sich miteinander beschäftigen können.
In der Zwischenzeit würde ich empfehlen eurer Henne Hormeel zu verabreichen. Das ist ein mildes homöopathisches Mittel um den Hormonhaushalt zu stabilisieren. Gibts in der Apotheke. Fünf Globuli, so heißen die Kügelchen, pro Tag ins Trinkwasser.
Ob euer Tierarzt vogelkundig ist weiß ich nicht, eine Liste überprüfter Fachtierärzte in dieser Richtung findest Du unter http://www.vogeldoktor.de
[Bild: globus.gif]
Viele Grüße, Alfred
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#4
Erstmal vielen Dank für die Antworten, auch wenn es nicht erfreulich sein sollte dass es mehrere mit diesem Problem gibt.

Leider ist wie schon eingangs erwähnt das Tier eine Handaufzucht und eine Vergesellschaftung mit einem anderen Vogel wohl unwahrscheinlich da sich dieses Tier nicht wirklich als Vogel fühlt. Er bzw. sie würde lt. Aussage vom Tierarzt keinen anderen Vogel akzeptieren, sie hat ja im Prinzip ihren Partner gewählt und dieser ist ein Mensch.
Dieser Vogel war von Geburt an ein Einzeltier und jetzt mit mittlerweile 13 Jahren soll es nahezu unmöglich sein, sie mit einem anderen Tier zu vergesellschaften und genau hier liegt ja das Problem. Uns ist es ziemlich Schnuppe ob ein weiterer Vogel mehr Arbeit macht das ist indiskutabel, aber wir können auch nicht unbegrenzt Kakadus aufnehmen und jede der Vergesellschaftungen schlägt fehl und schlussendlich haben wir dann 10 Vögel hier sitzen die alle nicht miteinander vergesellschaftet werden können weil sie sich nicht grün sind.
Natürlich hat der Tierarzt uns gesagt, dass das eine Auswirkung der Einzelhaltung ist, dass der Vogel quasi gestört ist, Handaufzucht verboten gehört, Tierquälerei ist etc.pp. aber das Kind ist nunmal in den Brunnen gefallen und er hat nicht mit Hormonen herumgepfuscht sondern es ging nunmal leider nicht mehr anders denn die Kloake hat sie sich ja schon rausgedrückt und er meinte dadurch dass sie das Ei gelegt hatte, ist das Bindegewebe nun auch geschwächt und es kann jederzeit wieder so sein, dass sie die Kloake rauspresst und dann muss man operieren.
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#5
Also zum Thema Kakadu, Alter und Verpaaren mal eine Anmerkung dazu.
Als ich Coco zu mir holte war er 32 Jahre alt und sein Leben lang in Einzelhaltung gehalten worden. Er lebte bei einer Frau und als die verstarb kam er zu mir. Es gab keine Probleme mit der Verpaarung mit Louise, meiner Henne. Wie alt Louise war weiß ich nicht, sie war zugeflogen, ich schätze aber ihr Alter auch auf ein paar Jahrzehnte, mindestens zwei. Auch sie war bei mir einige Jahre ohne Kakadupartner, sie hatte einen anderen der aber leider verstarb so daß ich Coco suchte für sie. Allerdings war es so daß ich die beiden nicht ohne Aufsicht zusammen lassen konnte, Coco jagte dann Louise. Jedoch beim Freiflug unter meiner Aufsicht gab es keine Probleme, die beiden spielten und kuschelten gemeinsam, putzten sich gegenseitig usw. Ich brauchte nicht besonders aufpassen, es reichte wenn ich anwesend war. Das war jedoch mit dem Jagen mehr ein Problem der Art, Goffins sind zwar die kleinsten Kakadus aber auch mit die Aggressivsten. Andere Kakaduarten sind nicht so.
Meine beiden waren jetzt keine Handaufzuchten sondern wahrscheinlich Wildfänge, alleine schon wegen dem Alter. Das ist natürlich ein Unterschied.
Aber trotzdem, es ist also durchaus möglich und machbar zwei Kakadus zu verpaaren auch wenn die schon vergleichsweise alt sind. Ich denke so was sollte auch bei einer Handaufzucht möglich sein. Es geht vielleicht nicht so problemlos wie bei meinen und dauert seine Zeit, eventuell etliche Monate, aber es sollte machbar sein.
Und versuchs mal mit dem Hormeel, es ist garantiert absolut unschädlich. Die konservativen pharmakologisch getrimmten Mediziner halten zwar in der Regel nichts von homöopathischen Mitteln haben dabei jedoch nicht ganz recht. So können Dir viele Tierhalter bestätigen daß bei Knochensachen Traumeel tatsächlich gut wirkt.
[Bild: globus.gif]
Viele Grüße, Alfred
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#6
Hall Alfred,
hast du traumeel flussig oder in pillen benutzt fur knochenprobleme?
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#7
(06.04.2012, 19:27 )Henry schrieb: Leider ist wie schon eingangs erwähnt das Tier eine Handaufzucht und eine Vergesellschaftung mit einem anderen Vogel wohl unwahrscheinlich da sich dieses Tier nicht wirklich als Vogel fühlt. Er bzw. sie würde lt. Aussage vom Tierarzt keinen anderen Vogel akzeptieren, sie hat ja im Prinzip ihren Partner gewählt und dieser ist ein Mensch. ...........
Uber solche aussagen von eine TA bin ich skeptisch ...wie viele kakadus hat der Ta denn hochgezogen oder mit wie vielen lebt er zusammen?

(06.04.2012, 19:27 )Henry schrieb: Dieser Vogel war von Geburt an ein Einzeltier und jetzt mit mittlerweile 13 Jahren soll es nahezu unmöglich sein, sie mit einem anderen Tier zu vergesellschaften und genau hier liegt ja das Problem. Uns ist es ziemlich Schnuppe ob ein weiterer Vogel mehr Arbeit macht das ist indiskutabel, aber wir können auch nicht unbegrenzt Kakadus aufnehmen und jede der Vergesellschaftungen schlägt fehl und schlussendlich haben wir dann 10 Vögel hier sitzen die alle nicht miteinander vergesellschaftet werden können weil sie sich nicht grün sind.
...........
[/quote]

Ich verstehe das ihr nicht einen haufen kakadu wollt aber das man einen 13 jahre alten vogel nicht vergesellschaften kann...da habe ich meine zweifel.
Es kommt immer drauf an was und wie man es macht.
Ich habe eine henne in diesem alter mit einem jungen 2 1/2 alten WHK vergesellschaftet...Sie hat nie kakadus vorher gesehen aber als sie ihn sah, wollte sie ihn um jeden preis. Sie hat ihm alles beigebracht..allesbis zum kopulieren.
Das war vielleicht glucksache aber es ist das beste was ihnen geschehen konnte.


WeEnn man einnen total auf menschen gepragten WHK (ich konnte ohne ihn nicht pipi gehen :))) , inkubator geschlupft, vergesellschaften kann und sogar dazu bringen kann das er seine eigenen kukcken aufzieht (nach 8 jahren) ...kann man vielleicht nicht alles, aber viel mehr mit den vogel machen als dein Ta denkt ...

Es gibt auch tipps wie man die schanzen bei vergellschaftung besser stellen kann.
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#8
(06.04.2012, 23:22 )Papugi schrieb: Hall Alfred,
hast du traumeel flussig oder in pillen benutzt fur knochenprobleme?
Ich habe die flüssige Injektionslösung benutzt. Die ist alkoholfrei und gut verträglich, auch intraschnabulös. Ist auch leicht zu verabreichen, mit ´ner Einwegspritze rein in den Schnabel. Es gibt Traumeel aber auch als Salbe. Also wirklich so wie Du es möchtest.
[Bild: globus.gif]
Viele Grüße, Alfred
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#9
Der Tierarzt sagte, wenn man es ausprobieren will dann nur mit einer weiteren Henne weil Kakaduhähne wenn sie Geschlechtsreif sind und die Partnerin etwas schwieriger ist, was bei einer Handaufzucht ja auch so sein wird, die Hennen ermorden.
Dazu müsste man schon eine sehr große Außenvoliere haben wo die Vögel sich notfalls zurückziehen können bzw. aus dem Weg gehen können. Andernfalls ist die Gefahr zu groß, dass der Hahn die Henne ermordet.
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#10
Hallo,

Der Tierarzt hat in einem Punkt nicht recht. Man kann bei Vögeln recht problemlos zwei Hähne zusammen halten aber so gut wie nie zwei Hennen. Das gibt Streit und Ärger da die Hennen instinktive Revieransprüche haben und sich gegenseitig zu verjagen versuchen. Bestenfalls ignorieren sie sich gegenseitig. Also davon rate ich dringend ab.
Ansonsten hast Du mein Posting wohl nicht richtig gelesen oder nicht verstanden, vielleicht habe ich es auch nicht deutlich genug ausgedrückt. Was ich von den beiden Kakadus geschrieben habe war daß die nur beim Freiflug und bei meiner Anwesenheit zusammen waren. Ansonsten hatten die getrennte Käfige im Vogelzimmer, zwar nebeneinander aber trotzdem so daß der Hahn die Henne nicht erreichen konnte. Dies weil der Hahn die Henne wenn ohne Aufsicht jagte und ich die Problematik des Gattenmordes bei Kakadus kenne. Da wollte ich kein Risiko eingehen.
Mit einer solchen Konstellation ist also die Haltung eines Kakadupaares auf jeden Fall möglich. Es wäre sowieso, solltest Du einen Hahn für Deine Henne besorgen, unbedingt erforderlich daß die beiden mindestens zu Anfang in getrennten Käfigen gehalten werden müßten. Man kann gerade bei Kakadus nicht einfach so einen Hahn zur Henne dazu setzen. Schon zweimal nicht wenn wie bei Dir einer der beiden eine Handaufzucht ist.
Das Ganze hört sich jetzt schwierig und kompliziert an, ist es jedoch nicht. Das ist reine Routine, schließlich lief es bei mir ja jahrelang so und wurde zur reinen Gewohnheit.
[Bild: globus.gif]
Viele Grüße, Alfred
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