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Fehlgeprägt: Einzelhaltung oder zu zweit?
#11
Mein Gott!
ist ja furchtbar wenn jemand denkt er hat die Macht aber dumm dabei ist..gefahrliche cocktail.

sorry, ihr seit ja sehr hoflich und das ist schon, aber mich wirft so etwas um...
hatt diese frau nie was von rehabilitation des benehmens gehort?
Céline
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#12
Hi,
das hilft Dir in dieser Situation alles wenig ? Amtsbeschwerde ? Laß Dir doch die ordnungsgemäße Führung von Deinem "alten" zuständigen Amt bestätigen oder verlange eine externe Prüfung. Es gibt bestimmt etwas gegen Mißbrauch durch Unwissenheit. Hattest Du einen guten Kontakt zu Deiner früheren Behörde? Bitte diese um Mithilfe!
Ich wünschte sehr, das solch gefährlichen Fachnullen nicht so viel Macht in den Händen hielten. Aber wehr Dich dagegen!! Es sind nicht alle Behörden gleich senil, einige sind sehr informiert und auch gewillt zu helfen.
Gruß Regina
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#13
Hallo Eva,

ich kann Deine Lage aus eigener Erfahrung nicht nachvollziehen, da wir bisher zum Glück nur positive Erfahrungen mit den Behörden gemacht haben (u.a. einem Corella direkt vom Amtsveterinär und einem Goffin aus dem Tierschutz; diese beiden Vögel sind eigentlich nur zur Pflege bei uns gehören offiziell dem Staat).

Nach Deinem ersten Posting liest sich das alles ganz "normal" für menschengeprägte Kakadus, die vergesellschaftet werden soll(t)en. Das Rupfen ist schon ziemlich heftig, aber alle anderen Verhaltensweisen kennen wir von unseren drei menschengeprägten auch: mit dem anderen geht nicht, aber ohne erst recht nicht.
Ich bin mir einigermaßen sicher, dass das Rupfen durch eine trennung noch schlimmer werden würde, vor allem, da sie ja doch öfters zusammensitzen und ein normales Sozialverhalten zeigen. Eine Trennung der beiden wäre als therapeutische Maßnahme gegen das Rupfen imho keineswegs angezeigt, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit kontraproduktiv.

Von mehreren Goffin-Haltern kenne ich nur, dass Goffins wirklich ein außergewöhnliches Psychogramm haben: Dr.Jekyll&Mr.Hyde plus einen ordentlichen Napoleon-Komplex, das ganze gepaart mit einem selbst für Kakadus außergewöhnlich großen Bedürfnis nach der Nähe von Sozialpartnern und einem enormen Aggressionspotenzial.

Soweit zum Sachstand. Es gibt wohl nur zwei Möglichkeiten: Du kannst die ATA doch noch überzeugen, dass die getrennte Unterbringung dem Rupfen abhelfen würde (was wider alle Efahrung ist). Oder den harten Weg mit dem Risiko der tatsächlichen Beschlagnahmung gehen: wenn alle dritten Meinungen etc nicht helfen, Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen und mit rechtlichen Mitteln dagegen angehen. Ein guter Fachanwalt ist bessere, als viele Tierärzte...
Aber das wäre die Eskalation, die eigentlich vermieden werden sollte.

Es muss der Dame doch irgendwie klarzumachen sein, wie die Situation wirklich ist.
g,
hein

traue niemals einem Raptor :-)
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#14
Hallo Hein

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Zitat:Von mehreren Goffin-Haltern kenne ich nur, dass Goffins wirklich ein außergewöhnliches Psychogramm haben: Dr.Jekyll&Mr.Hyde plus einen ordentlichen Napoleon-Komplex, das ganze gepaart mit einem selbst für Kakadus außergewöhnlich großen Bedürfnis nach der Nähe von Sozialpartnern und einem enormen Aggressionspotenzial.

Das trifft es exakt!
Genau das scheint der Dame aber absolut nicht bewusst/bekannt zu sein. Sie vergleicht meine Beiden mit den "handelsüblichen" Graupapageien oder Aras, die ja ebenfalls leicht zum Rupfen neigen.
So ganz "nebenbei" ist die Dame schwer engagiert beim TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, http://www.tierschutz-tvt.de/ ). Bei ihr schlägt mittlerweile (ich kenne sie seit vielen Jahren, noch von ihrem TA-Studium her) der Grundtenor einiger Tierschutzorganisationen durch: am besten alle männlichen Tiere kastrieren, damit es keinen Nachwuchs mehr gibt und dass somit auch keine neuen Tierheimkandidaten "produziert" werden können. Meinen herzkranken Hunderüden (ein kleiner Mischling) würde sie am liebsten auch kastriert sehen, was 2 Tierärzte wegen dem erhöhten Narkoserisiko abgelehnt haben...

Es ist mir allerdings ein Rätsel, wie die Dame auf die Idee kommt, daß die Einzelhaltung fehlgeprägter Papageien zusammen mit "ihrem Menschen" (auf den sie geprägt sind oder auch mit einem anderen, der bemüht ist) gegenüber der Haltung mit einem Artgenossen die artgerechtere Haltung wäre. Alleine die 2 Stereotypien, die das Weibchen aufweist, und die gelegentliche (m. E. normale) Aggression des Männchens sind für sie wohl Grund genug, zu urteilen, daß das Zusammenleben mit einem Papagei für beide Tiere unzumutbaren Stress bedeuten würde. Andererseits empfiehlt sie alternativ die Abgabe in eine Auffangstation, wo die Vögel ja auch wieder in Gemeinschaftsvolieren gehalten werden würden oder man eine Vergesellschaftung mit einem weiteren Vogel versucht... Kopfkratz

Da ich von solchen Auffangstationen nur Schlechtes gehört habe (allem voran der Tod vieler Vögel durch dort verbreitete Aspergillose) lehne ich eine solche Abgabe strikt ab!

Zitat:Du kannst die ATA doch noch überzeugen, dass die getrennte Unterbringung dem Rupfen abhelfen würde (was wider alle Efahrung ist).

Ich denke, da hast Du was falsch verstanden. Im Gegenteil, ich will die Beiden zusammen lassen. Die Trennung würde m. E. das Rupfen (= eigentlich Federbeissen) sehr wahrscheinlich eher verstärken.

Schöne Grüße

Eva
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#15
Sorrysorrysorry,

Zitat:Du kannst die ATA doch noch überzeugen, dass die getrennte Unterbringung dem Rupfen abhelfen würde (was wider alle Efahrung ist).

Ich habe mich vertippt und zugleich einen üblen Satzbaufehler eingbaut. Sollte heißen: "Du kannst die ATA doch noch überzeugen, dass die getrennte Unterbringung dem Rupfen NICHT abhelfen würde (wider alle Efahrung ist, dass die Trennung abhilft)"

Zitat:Andererseits empfiehlt sie alternativ die Abgabe in eine Auffangstation, wo die Vögel ja auch wieder in Gemeinschaftsvolieren gehalten werden würden oder man eine Vergesellschaftung mit einem weiteren Vogel versucht...
Da ich von solchen Auffangstationen nur Schlechtes gehört habe (allem voran der Tod vieler Vögel durch dort verbreitete Aspergillose) lehne ich eine solche Abgabe strikt ab!
Das ist mir neu. Ich unterstütze den Gnadenhof für notleidende Papageien e.V., kenne mich auch ein wenig "hinter den Kulissen" aus, und kann diese Aussage nicht bestätigen. Aspergillose ist nicht ansteckend bei Tieren mit einem nur halbwegs funktionierenden Immunsystem, behandelbar und muss im Normalfall keine Todesursache sein. Ausnahme sind natürlich Tiere, die jahrelang unbehandelt als Brutrasen für Aspergillus fungiert haben; hier sind aber i.d.R. sekundäre Organschäden die Todesursache.
Ich halte "(allem voran der Tod vieler Vögel durch dort verbreitete Aspergillose)" für eine sogenannte "Wasserstandsmeldung" - im Armeejargon: "Scheisshausparole".

Aber darum gehts hier ja nicht. Ich sehe mir den Link mal an und melde mich dann wieder. Wenn Deine Äußerungen über die ATA stimmen, ist sie mit Sicherheit nicht unvoreingenommen, bei einer solchen Art des Engagements würde ich mutmaßen, dass sie nicht objektiv der Sachlage gemäß urteilt, und das sollte in Amtsausübung nicht der Fall sein.
g,
hein

traue niemals einem Raptor :-)
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#16
Hallo Hein

Hein schrieb:Ich habe mich vertippt und zugleich einen üblen Satzbaufehler eingbaut.

Okay, alles klar. Sowas hatte ich mir schon fast gedacht.

Zitat:Aspergillose ist nicht ansteckend bei Tieren mit einem nur halbwegs funktionierenden Immunsystem, behandelbar und muss im Normalfall keine Todesursache sein.


Das ist im "Normalfall" sicher richtig. Wenn Papageien aber nach vielen Jahren den Halter wechseln, ist alleine schon der Ortswechsel und erst recht der Kontaktpersonenwechsel extremer Stress für sie. Stress aber bewirkt im Organismus eine erhöhte Ausschüttung von kortikoiden Stoffen und dies wiederum wirkt immunsupressiv = geschwächtes Immunsystem. Tür und Tor sind offen für Keime aller Art.
Nun sind aber, vor allem durch die vermaledeite Erdnussfütterung, viele Papageien mit Aspergillen belastet/infiziert. Selbst wenn ein Papagei keine hat, spätestens wenn er in der Auffangstation belasteten Vogelstaub (trockenen Kot) einatmet oder gar aus dem Wassernapf unerkannt infizierter Vögel trinkt oder mit anderen Vögeln anfängt zu "schnäbeln", werden die Aspergillen supergut übertragen. Das geschwächte Immunsystem kann das nicht abfedern: es kommt zum Ausbruch der Krankheit. Das überleben viele solcher geschwächten Vögel nicht.
Ich assistierte bei einer endoskopischen Untersuchung eines solchen kranken Vogels und sah seine Luftsäcke und seinen Brustraum von innen.... grausam... Der bekam kaum mehr Luft... Die medikamentöse Behandlung schlug auch nur zeitweise an, da die ganze Sache stark stressabhängig ist.

Zitat:....,ist sie mit Sicherheit nicht unvoreingenommen, bei einer solchen Art des Engagements würde ich mutmaßen, dass sie nicht objektiv der Sachlage gemäß urteilt, und das sollte in Amtsausübung nicht der Fall sein.

Sie ist ziemlich sicher nicht unvoreingenommen. Das hat sehr wahrscheinlich auch nichts mit mir persönlich zu tun, denn ich hörte Ähnliches auch von anderen "Exotenhaltern" (Papageien, Reptilien, etc.). Traurig ist dabei, daß wir gerade in diesen Dingen Gummiparagraphen haben und es "im Ermessen des Beamten/der Beamtin" liegt, wann er/sie eine Haltung für nicht artgerecht beurteilt. Dabei bin ich Inhaberin der Sachkundenachweise zur Haltung von diversen Tierarten nach § 11 TschG. Aber das erkannte die Dame nicht an und verlangte ein erneutes Ablegen aller Prüfungen. Natürlich bei ihr persönlich...

Schöne Grüße

Eva
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#17
Moin Eva,

ich würde vorschlagen, das Thema "Aspergillose" ggf. in einem anderen Thread auzumachen; hier bringt es nichts. Du hast solche Tiere von innen gesehen, ich nicht. Ich kenne lediglich Untersuchungsergebnisse, und das reicht mir, um das nicht von innen sehen zu wollen. Ich stimmte Dir im wesentlichen zu, habe aber aus eigener Erfahrung keine Neuansteckung erlebt. Wie gesagt vielleicht an einem anderen Ort, das führt hier zum Thema nicht weiter.

Zitat:Sie ist ziemlich sicher nicht unvoreingenommen. Das hat sehr wahrscheinlich auch nichts mit mir persönlich zu tun, denn ich hörte Ähnliches auch von anderen "Exotenhaltern" (Papageien, Reptilien, etc.). Traurig ist dabei, daß wir gerade in diesen Dingen Gummiparagraphen haben und es "im Ermessen des Beamten/der Beamtin" liegt, wann er/sie eine Haltung für nicht artgerecht beurteilt. Dabei bin ich Inhaberin der Sachkundenachweise zur Haltung von diversen Tierarten nach § 11 TschG. Aber das erkannte die Dame nicht an und verlangte ein erneutes Ablegen aller Prüfungen. Natürlich bei ihr persönlich...
Gut, mit dem 11er kennst Du Tücken und Fallstricke und bist kein "Amateur".
Wieso sollst Du den 11er nachmachen? Was soll das denn? Der Nchweis gilt und kann m.W. nicht einfach so für nichtig erklärt werden. Wenn Deine Haltung dermaßen schlecht wären, dass Zweifel an Deiner Befähigung aufkommen, wäre das erneute Ablegen der Prüfungen das Letzte, an das ich als ATA denken würde.

Ich habe mir spaßeshalber mal die Homepage der TVT angesehen: neben einigen ganz guten Ansichten aber z.B. bei den Merkblätern zur Psitttacidenhaltung eine ganze Menge z.T. heftiger sachlicher Fehler. Die Absicht ist ja gut...

Ich fürchte langsam, dass Du mit einem Rechtsanwalt eine jetzt_erst_recht-Reaktion provozieren würdest, würde mich aber trotzdem bei einem Fachanwalt mal kundig machen. Ansonsten bleibt wohl nur der steinige Weg, Überzeugungsarbeit zu leisten. Wenn sie Exotenhalter sowieso "gefressen" hat, wird es schwierig, aber nach Deiner Beschreibung sehe ich erstmal nur normales Partnerverhalten; die beiden Tiere sind auf sich gegenseitig als Sozialpartner bezogen, soweit das bei ihrer Biographie möglich ist. Wie gesagt kann eine Trennung/Neuvergesellschaftung vielleicht helfen, ich würde aber erstmal das Risiko, dass eine solche Maßnahme das Rupfen noch verschlimmert, für erheblich größer halten.
Möglicherweise ist eben durch die Biographie das Rupfen bereits habituell geworden, dann hast Du eh nur noch eine minimale Chance.

Ääähm - kannst Du die Dame nicht dazu überreden, sich hier mal anzumelden und das Thema mit Leuten, die vergleichbare Fälle z.T. seit 10 jahren und länger pflegen, zu besprechen? (Ist ne verrückte Idee, aber wer weiß...). Es muss ihr doch klarzumachen sein, dass gerade bei Psittaciden die 08/15-Lösungen der üblichen Publikationen (auf die sich auch auf der TVT-Homepage bezogen wird) niemals ohne genaue Würdigung des Einzelfalles funktionieren.
g,
hein

traue niemals einem Raptor :-)
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#18
Hallo Eva,

nach allem, was ich jetzt über Deine ATA und ihren missionarischen Eifer gelesen habe, fällt mir nur eine Lösung ein: Übereigne die Vögel auf dem Papier einer Person Deines Vertrauens in einer anderen Stadt, melde sie ab und lass sie in der anderen Stadt anmelden, und wenn die ATA oder eine andere Amtsperson zu Dir kommt und die Vögel bei Dir antrifft, hast Du sie in Urlaubspflege.
Grüße, claus
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#19
Mahlzeit, Hein :-)

Hein schrieb:ich würde vorschlagen, das Thema "Aspergillose" ggf. in einem anderen Thread auzumachen

Das können wir gerne machen. Das würde mich auch sehr interessieren. Gerade was die Behandlung, speziell die Wirksamkeit der (neuen?) Medikamente angeht, bin ich auf einem alten Wissensstand. Möglicherweise läßt sich die Krankheit heutzutage viel besser behandeln. Noch vor 10/15 Jahren war ein stärkerer Aspergillosebefall nicht selten tödlich, wenn die Erkrankung erst mal zum Ausbruch kam. Aber das in einem neuen Thread.

Zitat:Gut, mit dem 11er kennst Du Tücken und Fallstricke und bist kein "Amateur".

Amateur bin ich gewiss keiner mehr. Ich arbeite seit fast 28 Jahren im Zoofach und hatte fast 20 Jahre lang eine Zoohandlung in München. Und wenn ich schon Tiere halte (egal ob geschäftlich oder privat), dann verschaffe ich mir dazu das entsprechende Fachwissen darüber, um sie artgerecht zu halten. Deshalb genoss ich in München das Vertrauen der dortigen Veterinäre und wurde von der damals neuen Artenschutzbeamtin um so manchen Rat gefragt. Aber wie schon geschrieben: in Niederbayern ticken die Uhren andersrum... Da halten sich dann auch "die Münchner" lieber raus und verweisen auf die damals offiziell ausgestellten Dokumente....

Der hiesigen Dame wäre es am liebsten, wenn jeder "Exotenhalter" den Sachkundenachweis ablegt. Das halte ich ja grundsätzlich erst mal gar nicht für soooo verkehrt. Langjährige Haltung einer Tierart sieht sie nicht als "Befähigungsnachweis" an, denn man kann seine Tiere auch 20 Jahre lang falsch halten. So schickt sie einen Schildkrötenhalter zur Ablage des Sachkundenachweises für Terraristik/speziell Schildkröten in die Uni München... 200 km weit... Da hatte ich richtig Glück, daß ich selbige Prüfung und weitere bei ihr direkt ablegen konnte und ich so nicht auch noch die Anfahrt nach München bezahlen musste. Sie erkennt ja nicht mal Sachkundeprüfungen an, die die Leute direkt beim BNA oder bei der DGHT abgelegt hatten. Denn: es liegt einzig und alleine in ihrem Ermessen, welche Befähigungsnachweise sie fordert bzw. anerkennt. Ich habe mich schon entsprechend erkundigt.

Ich denke, wie Du auch, daß die Einschaltung eines Anwalts für mich alles andere als vorteilhaft wäre.
Nun gut, im Moment "verhandeln" wir noch mündlich. Mein nächster Schritt wäre, sie aufzufordern, die Sache schriftlich zu formulieren und fachlich zu begründen. Dann erst hat man eine wirkliche Basis zur Argumentation und evtl. auch zu einer Beschwerde bei der ihr übergeordneten Behörde in München. Mir wäre es aber lieber, man müsste diesen steinigen Weg nicht gehen, denn das das die Basis einer langfristigen Zusammenarbeit nicht festigt, ist sicher jedem klar. Zudem bin ich durch die Überlassung von illegal importierten Landschildkröten leider auch auf ihren guten Willen angewiesen...

Fachfrau in Sachen Psittaciden ist sie ganz gewiss nicht. Der einzige, den sie, wenn überhaupt, evtl. dazu fragen würde (ein Papageienhalter hier im Raum), würde ihr sehr wahrscheinlich genau das erzählen, was sie hören möchte, um seinen eigenen Stein im Brett bei ihr nicht zu verlieren... Ansonsten wird sie sich ziemlich sicher auf die Merkblätter und auf Kollegen bei der TVT berufen und verlassen. Jetzt hast aber auch Du, wie ich vorher schon, festgestellt, daß es bei den Psittaciden-Merkblättern z. T. gravierende fachliche Fehler gibt....
Da ist also Überzeugungsarbeit in beiden Richtungen angesagt: bei der TVT direkt und bei meiner ATA. Nur... wie stellt man das am geschicktesten an? Die TVT-ler sind ganz sicher felsenfest von sich überzeugt, daß sie mit ihren Merkblättern fachlich richtig liegen. Ebenso meine ATA. Kopfkratz

Könntet ihr als Papageienspezialisten euch nicht direkt an die TVT wenden, um den Herrschaften die Fehler in den Merkblättern bewusst zu machen?

Zitat:Möglicherweise ist eben durch die Biographie das Rupfen bereits habituell geworden, dann hast Du eh nur noch eine minimale Chance.

So sehe ich das auch. Es hat halt damals viel zu lange gedauert, bis ich ein Weibchen für Henry fand. Das war aber dadurch bedingt, daß jahrelang keine Goffins mehr importiert wurden und es zu damaliger Zeit (vor 15 bis 20 Jahren) auch noch fast keine Nachzuchten gab. Es weiß sicher jeder von Euch, wie schwierig gerade die Goffinis bei der Zucht sein können und dass das nicht selten auf eine Handaufzucht hinausläuft, selbst wenn das Zuchtpaar bei der Brut und Jungenaufzucht zunächst harmoniert.

Zitat:Ääähm - kannst Du die Dame nicht dazu überreden, sich hier mal anzumelden und das Thema mit Leuten, die vergleichbare Fälle z.T. seit 10 jahren und länger pflegen, zu besprechen?

Ich denke im Moment, dafür ist sie viel zu sehr von sich und ihren fachlichen Qualitäten überzeugt, als dass sie sich dazu überreden lassen würde.

Mir würde aber evtl. helfen, wenn mehrere von Euch ihre eigenen Erfahrungen mit solchen Vögeln hier schildern würden. Wenn ich ihr einen Ausdruck des Threads vorlege, kann man mit ihr vielleicht eine neue Diskussionsbasis finden. Vielleicht wird ihr dann auch klar, daß jeder einzelne Fall ein "eigener Fall" ist und nicht 08/15mäßig betrachtet werden kann.

Schöne Grüße und vielen Dank für Dein/Euer Engagement! Zustimmung

Eva
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#20
Hi,

ich habe da kein Problem mit, werde im I-Net aber keinen Papageien-Striptease betreiben. Also kurz und stichwortartig:
Madame kam als Abgabenotfall aus dem Tierschutz mit über 20 Jahren Einzelhaltung auf dem Buckel zu uns. Sie hat sich zwar nicht gerupft, hatte aber eine extreme Käfig-Aversion: wir haben mit eigenen Augen sehen müssen, wie sie sich selbst an den Gitterstäben des Käfigs den Kopf blutig geschlagen hat.
Gemacht haben wir eigentlich nichts, außer ihr einen möglichst gleichmäßigen Lebensrhythmus zu bieten, mit möglichst vielen zeitlich halbwegs festliegenden Ritualen.
Daneben haben wir versucht ihr klarzumachen, dass wir sie respektieren, und ihre immer wieder gesagt, dass sie bei uns herzlich willkommen ist und nicht mehr weg muss, wenn sie bleiben mag.

Natürlich war da das Problem mit dem Käfig, und wir mussten sie natürlich einbuchten. Aber irgendwie hat es funktioniert, wohl über die Regelmäßigkeit, und ihre immer wieder zu erklären, dass sie nur mal kurz rein muss, weil wir einkaufen gehen.
Als sie nach einem runden halben/dreiviertel Jahr das erste Mal freiweillig zu ihrer Ruhepause in den Käfig geflogen sit, haben wir fast geheult. Heute zieht sie sich zurück, wenn ihr danach zumute ist. Auch wenn wir sie einbunkern weiß sie, dass sie immer weider rauskommt. Lediglich zur Nacht besteht sie noch auf einer letzten Putzminute, wenn wir sie in die Voliere bringen. Das hat sich aber ritualisiert und ist damit kein Problem mehr.

Sie hat sich ziemlich schnell um Chef der ganzen Gruppe gemausert und unterdrückt die beiden Corella-Männchen ohne Probleme mit links *grins*. Mit den anderen kann sie meisten ganz gut, sie ist extrem sozial (trotz der langen Einzelhaltung!). Aber wenn ihr jemand auf den Nerv geht oder im Weg rumsteht, wird nicht lange gefackelt, sonder erst geschossen, und dann gefragt (daher auch ihr interner Spitzname: Jane Wayne). Wenns zu schlimm wird und sie zum Schutz der anderen kurz in Einzelhaft kommt, schreit und wütet sie so lange, bis sie wieder bei anderen sitzen darf.
Mit geht nich so richtig, aber ohne geht noch viel weniger. Ich bin der Überzeugung, dass eine Trennung von den anderen bzw. eine Änderung der Lebensumstände überhaupt zu einer Katastrophe führen würde.

Viel mehr gibts dazu nicht zu sagen. Wenn ein Vogel mutmaßlich habituell rupft, aber ansonsten gut vergesellschaftet ist, gibt es nach meiner Erfahrung keinen Grund, die Situation zu ändern. Um hier eine Entscheidung im Sinne der Tiere zu treffen, müsste man sie schon sehr gut kennen, ihre individuellen Charaktere, ihre individuellen Bedürfnisse, ihr Biogramm, und und und.
Mag sein, dass die angeregte Änderung tatsächlich hilft, aber das kann man im Voraus nicht wissen. Und solange ich die Folgen nicht mit hinreichender Genauigkeit abschätzen kann, wäre ich bei solchen Veränderungen eher zurückhaltend.

Übrigens habe ich in den letzten Jahren so viele gerupfte Vögel gesehen, denen ich trotzdem eine gute Lebensqualität unterstellen würde, dass das Rupfen für mich nicht unbedingt so dramatisch ist, dass ich höchste Not sehe. Ich kenne mehr als einen Kakadu persönlich, die längst über das Rupfen hinaus sind und sich selbst die Brust oder die Beine aufbeißen. Vielleicht sieht sich Deine ATA mal Bilder von Mutilatoren an - dann sieht sie auch, was es heißt, wenn ein Papagei ein echtes Problem hat.

Alle hier, die Rupfer haben, bitte ich um Verzeihung, natürlich ist Rupfen sehr ernstzunehmen. Ich habe nur schon so viele "Nackte" gesehen, dass ich es kaum noch wahrnehme. Wenn einem aber ein Kakadu gegenübersitzt, man dreht sich um, geht weg, ist nach zwei Minuten wieder da - und der Vogel sitzt in einer großen Blutlache, hat sich eine tiefe Fleischwunde zugefügt und sieht einen nur groß an: das würgt wirklich das Herz zusammen.
g,
hein

traue niemals einem Raptor :-)
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